8 Tonnen Hoffnung bewegen sich…

8 Tonnen Hoffnung bewegen sich…

Afternoon gentleman. Just wanted to give everybody the update this unit is scheduled for delivery tomorrow morning. Thank you.

Best Regards, Steven

 

Diese Nachricht erhielt Dominik gestern abends vom Verkäufer aus Amerika. Der Bus bewegt sich heute von Händler in New York zum Hafen nach Baltimore. Von dort an geht’s per Schiff weiter nach Deutschland – Bremerhaven und dann per Spedition nach Puchenau.

Jetzt wird es endlich ernst!

Seit Anfang an steckt Dominik, jegliche Hoffnung, wieder zurück in das reale Leben zu finden, in diese 8 Tonnen. Mit jedem Rückschlag, mit jeder Verzögerung und mit den unzähligen Nachrichten mit „das geht nicht“ brach für ihn jedes Mal, eine Welt zusammen. Jetzt hat er es geschafft, vor allem hat er die Koordination zwischen Händler und Speditionen und das fixieren des Ganzen, wirklich alleine geschafft.

Durch meine Ausbildungen, meine Vorbereitungen auf die Selbständigkeit und der Diplomarbeiten, musste ich mich von dem ganzen etwas abgrenzen. Mein Tag hat leider auch nur 24 Stunden. Anfangs hatte er schwer damit zu kämpfen, aber dann, hat ihm das sehr gut getan und er kam selbst in die Gänge. Vielleicht war es ganz gut, vielleicht musste er mal ins kalte Wasser gestoßen werden um wieder schwimmen zu lernen. Das Erfolgserlebnis, dass er den Endspurt ganz alleine geschafft hat, hat er zumindest und das kann ihm auch niemand mehr wegnehmen.

Jetzt aber wieder zurück zum Eigentlichen. Dominik verbindet so viel in dieses „gelbe Ungeheuer“. Die Pläne für den Umbau liegen schon Monate lang zu Hause. Er weiß genau, wie wo was hinkommt. Die Pläne, was nachher mit diesem Bus geschehen soll, werden auch immer konkreter und Dominik setzt nicht nur seine Hoffnung, wieder ganz ins Leben zu finden in diesen Bus, sondern auch seine Zukunft. Der Bus soll einerseits Wohnmobil sein, hauptsächlich aber für den Verein rezeptfrei genutzt werden, wo er dann mit verschiedenen Angeboten durch Österreich, aber auch Deutschland fahren will. Bis dahin gibt es aber noch einige Hürden zu überwinden, aber Dominik glaubt ganz fest daran, dass er durch das überwinden dieser Hürden, aus dem Rad des Wahnsinns herauskommt. Wenn die Krankheit noch ein wenig vom „alten“ Dominik über gelassen hat, dann schafft er das. Stur und dickköpfig war er früher immer und vor allem hat er seine Ziele verwirklicht, egal ob sie für andere als völlig irrsinnig erschienen oder als sehr genial. Anfangs wird es sicher nicht leicht für ihn und ich hoffe so sehr, dass ganz viele Menschen kommen, den Bus anschauen und er durch die Konfrontation seine Ängste vor sozialen Kontakte besiegt. Dass er lernt, wieder einen strukturierten Tagesablauf zu managen und wieder anfängt lösungsorientiert zu denken, denn ich kann mir vorstellen, dass bei so einem Umbau, einige unerwartete Probleme auf ihn zukommen, die er lösen muss.

Dominik muss auch den Führerschein für dieses Gefährt machen. Derzeit noch ein Ding der Unmöglichkeit sich lange zu konzentrieren, zu lernen, doch die meiste Angst hat er, in die Fahrschule zu müssen. Sich mit dem Fahrlehrer, eventuell mit anderen Kursteilnehmern unterhalten zu müssen, ohne dabei mich als Stütze zu haben. Ich weigere mich nämlich den Führerschein für diese 8 Tonnen Bus zu machen. Ich bin schon überfordert mit Kleinbussen, die man noch mit dem B- Führerschein fahren darf und habe viel zu viel Respekt vor so einem Riesen, dass ich kein Bedürfnis verspüre, für 8 Tonnen Bus, die Verantwortung zu übernehmen. Man sollte seine Grenzen kennen, heißt es immer, dies würde meine definitiv überschreiten.

Ich glaube daran, dass man mit Willenskraft und Durchhaltevermögen Berge versetzen kann, dass man mit Selbstwirksamkeit nahezu alles erreichen kann, dass man den Glauben nie verlieren darf, dass man für sein eigenes Leben selbst die Verantwortung trägt und dass man sein Glück nur selbst in die Hand nehmen kann.

Für Dominik symbolisiert dies alles der amerikanische Schulbus, 8 Tonnen Glück sollten schon mal ein guter Start in ein neues Leben sein.

Maria

Posted on: 2017-05-11Maria Peltier

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