Bin das ich?

Bin das ich?

Depression für mich war keine Krankheit,
es änderte sich alles in meinen Emotionen und Gefühlen.

In einigen Punkten weiß und verstehe ich nicht, was Leben ist. Es war nicht nur wegen des Krieges, sondern wegen der Isolation, die ich nach der Geburt meines zweiten Kindes empfand (postpartale Depression). Ich habe Frustration gefühlt, weil ich das Leben nicht mehr verstanden habe. Es waren Stunden, Wochen und sogar Monate, da hatte ich überall schwarze Farben gesehen und ich habe gefühlt, dass die Zeit nicht endet.

 

Meine Isolation war der Unterschied in Lebensstil, Traditionen und täglichen Routinen vor allem, wenn ich eine Person grüßte und als Reaktion Stirnrunzeln kam. Manchmal gehe ich zurück in die Zeit zu einigen Punkten, die wirklich hässlich waren und dann komme ich wieder in die Realität, auch wenn ich es seltsam finde. Also dachte ich mal, ist das die Zukunft, dass ich mein Leben damit verbracht habe, von der Zukunft zu träumen?

„Ich kann nicht glauben, was passiert ist“ das war es, was ich einmal gesagt habe, als ich mich im Spiegel sah. „Bin das ich?“.

Ich weiß genau, wie sich eine Person fühlt, wenn sie depressiv ist!

  • Ein Leben, ohne eine klare Vision und ohne einer Idee, wie die Zukunft aussieht
  • Allein, zwischen Millionen von Menschen zu leben, ohne deine Eltern. Ich fühle mich wirklich schuldig, wenn ich mich erinnere, dass sie jetzt in Gefahr sind und ich lebe mein Leben in einer sicheren Umgebung einfach weiter.
Das Gefühl von Traurigkeit, Enttäuschung, Unfähigkeit, Verzweiflung, Sorgen und Müdigkeit war der Grund, dass ich meinen Glauben verloren habe und auch ich habe die Fähigkeit verloren, ein normales Leben zu leben. Ich will nicht in die Zeit vor dem Asyl zurücksehen, weil es sehr weh tut. Der Tod, der neben dir ist, neben deiner Familie, neben jedem, ist beängstigend.

 

Ich hatte keine Angst zu sterben,
aber die Sicherheit meiner Familie ging vor, also blieb nur die Flucht. 

Alles war unsicher und unbekannt. Die Vergangenheit war traurig, die Gegenwart ist anstrengend und die Zukunft ist unklar. Als sich meine Eltern während eines Raketenhagel in Sicherheit brachten, konnte ich nicht helfen. Sie wurden über Nacht obdachlos und waren ohne Heimat. Ich spreche jetzt und sie sind immer noch in Gefahr. Ich hör nicht auf, an sie zu denken. Sie sind in Schock, sie können nicht realisieren, dass ihr Haus, in welchen sie ihr gesamtes Leben verbracht haben, jetzt nur noch Schutt und Asche ist.

Wirklich, als ich noch dort war, habe ich oft, von meinem Fenster aus, Gespenster gesehen, die auf die Straßen gingen und auf den Tod warten, um vom Tod befreit zu werden. Es war ziemlich seltsam, aber wir gewöhnten uns an den Klang von Raketen und Bomben. Ich musste zusehen, wie mein Mann mich und seinen Sohn jeden Tag am Morgen verließ, ohne zu wissen, was auf uns wartete und ob er wieder zurückkommt. Wir dachten nur, vielleicht ist das heute das Ende. Und nur noch negativen Gefühle kamen über uns, also hatten wir beide eine starke Depression. Wir waren vom Leben müde. Wir konnten uns jedoch gegenseitig nicht helfen.

Am Ende, was uns wirklich in der Tat geholfen hat, war die Positivität von so vielen Leuten, die wir vor kurzem kennengelernt hatten, ich beobachtete das Lächeln auf dem Gesicht unserer Kinder, die einfach nur das Leben genossen, so einfach wie es ist …

 

Posted on: 2017-04-21Maria Peltier

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