Log-Buch

#LOG-001

Als ich diesen ersten LOG-Eintrag in meinem Logbuch vorige Woche zu schreiben begann, beschrieb ich, wo ich mich aktuell auf meinem Weg befand, nämlich genau zwischen Phase I und Phase II. Aber dann ging plötzlich alles schneller als erwartet.

Was bedeutet das jetzt genau – Herzlich Willkommen in Phase II

Ich habe ja Anfangs das Projekt in 3 Phasen eingeteilt, wo Phase I und Phase II genau definiert waren bzw. sind, wo ich festhalten muss, dass ich immer wieder mal jemanden benötigte, der mich wieder zurück auf den richtigen Weg stieß, wenn ich mal von diesem  abkam  bzw. Anfangs immer wieder aufgeben wollte.

In Phase I hat das immer wieder Maria gemacht. Diese Phase bestand daraus, den Bus ins Rollen zu bekommen,  sprich – einen Händler zu finden,  dann die Kaufabwicklung  (alles auf Englisch),  Speditionen zu suchen,  welche den Bus auf drei Etappen von  Johnstown nach Baltimore zum Hafen brachten, von wo aus der Bus dann auf das Schiff „Drive Green Highway“ verladen wurde und seine Reise nach Bremerhaven antrat.  In Bremerhaven wurde er dann von einer weiteren Spedition übernommen und auf „Eigenachse“, also mittels Fahrer direkt nach Puchenau  gebracht.  Und genau dies passierte vergangenen Samstag. Um 9 Uhr morgens läutete mein Telefon und der Fahrer sagte mir seinen Standort  mittels  Koordinaten (!), also Buchstaben und Zahlen durch.   Ich  verstand überhaupt nicht, was er mir damit sagen wolle.  Also packte ich die Kinder ins Auto, die schon die ganze Woche auf diesen  Moment hin fieberten und wir fuhren Richtung Lukas, wo der Bus während des Umbaus stehen sollte.

 
Und tatsächlich – da stand er jetzt,  mitten auf der Straße!  Das gelbe Ungetüm mit seinen Maßen von 12m x 2,5m x 3m und einem Gewicht von 7,8 Tonnen.
Ein GMC Bluebird.

Uns jetzt beginnt Phase II!

D.h. –  ich muss all meine Ängste bekämpfen, raus aus meiner „Safety Zone“,  das Haus verlassen! Wieder lernen, mit Menschen in Kontakt zu treten,  meine sozialen Phobien zu  überwinden, lösungs- und  zukunftsorientiert  zu  denken und außerdem  lernen, mich wieder selbst zu organisieren. Sprich, zurück in ein normales Leben finden!

Und genau dabei soll mir der Umbau  helfen.  Viele Freunde und Bekannte haben sich angeboten, mich beim Umbau zu unterstützen – langsam muss ich das  angehen,  um wieder in ein soziales Leben zurückzufinden.  Aktuell  bin ich  nämlich noch damit  sehr gefordert, einen Plan nur für mich zu finden bzw. zu erstellen.  Dabei bekomme ich  jetzt aber  tatkräftig Unterstützung von meinem Bruder Philipp und dessen Lebensgefährtin Eva, sowie unserem langjährigen, besten Freund Mario. Alle begleiteten das Projekt von Anfang an und unterstützten mich, wo und wie sie  nur konnten und halfen mir somit, dies  alles zu ermöglichen.

Die Frage, die ich zurzeit sehr oft gestellt bekomme ist , ob ich mich jetzt endlich freuen kann, dass ich es geschafft habe und den Bus jetzt  tatsächlich vor mir habe.

Ich muss diese Frage  so beantworten bzw. erklären:

„Nein –  ich kann es weder fühlen noch sonst was. Noch dazu habe ich es noch in keinster Weise realisiert.  Ja, er steht vor mir und ich weiß, dass ich ihn brauche,  um wieder zurück ins Leben zu kommen,  aber es gibt noch immer keine Gefühle dazu. Ich vergleiche es mit einem Stück Butter, welches man kauft.  Man weiß,  dass man es  im Haushalt zum täglichen Leben benötigt, sie schmeckt,  aber Freude hat man nicht, wenn man diese kauft.“

Aber die Hoffnung stirbt ja schließlich  zuletzt, dass nicht mal demnächst irgendeine Art von Gefühlen und Emotionen doch kommen.

Aber  ich kann sagen,  dass die Kinder  total überwältigt sind –  die haben so richtig Freude und auch Philipp, Eva und Mario, die sind genau so begeistert, wie die Kinder!

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Und hier möchte ich jetzt einen großen Dank an ALLE  aussprechen, die mich bis jetzt unterstützt haben. An Stevens von Don Brown, Sven und Bernd von Pangaea Cargo und Kristina von Vegatrans, die eine Eselsgeduld mit mir hatten und mich in allen Dingen rund um Transport, Verschiffung, Zollabfertigung und sonstigen Transportdingen unterstützten. An Maria für die tatkräftige Unterstützung in Phase I,  die mir beim Denken half, sämtliche Mails am Anfang schrieb und immer wieder meine geschriebenen Texte so übersetzte, dass auch der Empfänger meine wilden Gedankensprünge und das oft etwas wirre Zeug verstehen konnte – also in ein normales Deutsch halt.

Auch die Unterstützung bzw. freundliche und hilfsbereite Auskunft seitens Finanzamt, Zollbehörde und Typisierungsstelle der Landesregierung möchte ich hier dankend erwähnen.

Und natürlich alle Sponsoren, die uns da unterstützten, ohne sie ist so ein Projekt schwer möglich!

 

Also nochmals  DANKE  an alle!

Dominik

Warum Log-Buch?

Es ist an der Zeit mich selbst mal zu Wort zu melden, einen Einblick in meine Gedanken zu geben, zu zeigen, was da oben bei mir abgeht, eben meine Sorgen und Ängste zu erklären versuchen, auch wenn ich sie teilweise selbst nicht zuordnen kann und aber auch zu zeigen, was mich dies alles gelehrt hat.

Warum Log-Buch? – Man könnte ja auch Tagebuch dazu sagen, aber da tue ich mir etwas hart, ich bin ja kein Teenie mehr, der in seinem Tagebuch über Liebesgeschichten und dazugehörige Probleme schreibt.

Viel mehr fühle ich mich gerade vergleichsweise wie ein Boot, das gerade einen ganz heftigen Sturm durchfahren hat und noch immer mit dessen Ausläufern kämpft und die See noch sehr rauh ist. Wo gerade versucht wird, die Maschine wieder in Gange zu bringen, das Ruder zu reparieren, den Funk und die Navigation wieder flott zu machen. Das Boot treibt auf offener See, von allen Seiten kommen noch riesige Wellen, die Position, wo man sich befindet ist unklar, aber man weiß, welcher Hafen das Ziel ist, wie es dort ist, was einem dort erwartet. Man ist in den Gedanken schon dort, man versucht es sich vorzustellen, wie es sein wird, wenn man ankommt. Wer auf einen wartet, wie es sein wird, wenn man von Bord geht, erleichtert und zugleich etwas stolz, es geschafft zu haben, es überlebt zu haben und sich anschließend in einem Hafen-Cafe zu setzen, genüsslich einen Kaffee zu trinken und über sein Durch- und Erlebtes zu berichten.

Aber wie man dies erreicht, ist noch unklar! Zuerst gehören alle Dinge wieder flott gemacht und repariert, um die Fahrt wieder aufnehmen zu können und mit Orientierung seinen Hafen anzusteuern.

Und genau von dieser Reise, mit all ihren Hürden und Problemen möchte ich hier in meinem Log-Buch berichten. Die Häufigkeit lasse ich mir offen, wie oft ich berichte, da es ja viel zu reparieren gibt. Aber wenn es die Zeit zulässt, schreibe ich all dies, was geschehen ist, welche Gedanken und Erkenntnisse gekommen sind, welche kleinen und großen Schritte bewältigt worden sind, aber auch, wenn es mal rückwärtsgeht!

Wenn man am Abgrund steht, dann ist der Rückschritt ein Fortschritt!

Friedensreich Hundertwasser

Des Weiteren möchte ich mich hier mir von Zeit zu Zeit mit Fragen beschäftigen, wo ich nach Antworten suche, euch dabei teilhaben lassen, jeder Mal in sich gehen kann und selbst darüber für sich nachzudenken. Es wird hoffentlich bald mal der Zeitpunkt kommen, wo ich soweit bin und genau diese Fragen offen in einer Runde andiskutieren möchte. Gedanken und Antworten von unterschiedlichen Betrachtungswinkeln, aus unterschiedlichen Positionen in unserer Gesellschaft, als Betroffener, als Angehöriger, als fachliches Personal oder auch einfach als Teil unserer Gesellschaft.

 

Familie Stonie


Nachdem ich gerade auf der Suche nach meinen Emotionen und Gefühlen bin und zusätzlich meine „Safty Zone“ verlasse, kam die Idee, Gefühlssteine zu machen.

Diese lege ich dort ab, wo ich gerade bin, versuche in mich zu gehen, meine Emotion zu erkennen und dann den dazulassenden Stein an Ort und Stelle abzulegen. Also, solltet ihr ein Mitglied unserer Familie Stonie finden, da war ich und ihr könnt sehen, wie es mir erging. Für all die anderen, die so einen Stein finden und sich wundern, was das ist, habt Maria auf der Hinterseite den Link vom Projekt rauf geschrieben, sodass man die Erklärung finden kann.

Sollte wer einen Stonie finden, würde es uns freuen, wenn wer diesen nimmt und uns einfach ein kurzes Mail mit seinen Gedankten schickt, was er sich gedacht hat, als er Stonie fand, wie es einem gerade selbst ergehe.

 

Dominik