Seelengeflüster

Bei Project Blowball geht es auch um das brechen des Tabu-Themas. Wir möchten mit der Kategorie „Seelengeflüster“ jeden die Möglichkeit geben, über psychische Krankheiten zu sprechen und zu berichten. Es ist wichtig darüber zu sprechen und es ist wichtig zu wissen, dass man mit einer psychischen Krankheit nicht alleine ist und sich vor der Gesellschaft nicht verstecken braucht.
Wenn ihr auch ein Teil des „Seelengeflüsters“ werden möchtet,
kontaktiert uns und sendet uns euer Erlebtes

Mein Weg ins Licht

Im Laufe meines Lebens besuchte ich schon fünf psychosomatische Kliniken auf. Meine Grunderkrankung Morbus Crohn führte mich in diese Kliniken. Nach den ersten vier Aufenthalten ging es mir psychisch kurzfristig besser. Dort lernte ich einen besseren Umgang mit meiner Erkrankung. Leider litt ich schon Jahrzehnte lang an einer bipolaren Störung, die kein Arzt diagnostizierte.

2012 ging es mir psychisch zum wiederholten Mal so schlecht, dass ich zum fünften Mal in eine psychosomatische Klinik ging. Ich wurde dort mit mittelschweren Depressionen eingewiesen. Da ich die Jahre zuvor funktionierte und meinen Alltag irgendwie bewältigen konnte, bemerkte ich gar nicht, dass ich depressiv war. Im Allgemeinen empfand ich eine sehr starke Unzufriedenheit und spürte eine große Verbitterung. Außerdem konnte ich nicht mehr herzhaft lachen. Das Lachen war gespielt und aufgesetzt. Ich hatte eine Maske auf. Immer wieder redete ich mir ein, dass das Leben halt nicht einfach sei. In der psychosomatischen Klinik 2012 hatte ich, das erste Mal in meinem Leben, einen Verhaltenstherapeuten. In den 10 Wochen Klinikaufenthalt wurden mir viele erlernte und nie überdachte Verhaltensmuster aus meiner Kindheit bewusst, die mir gar nicht gut taten.

Mein Therapeut zeigte mir andere Verhaltensmuster auf, die sehr viel besser für mich waren. In dieser Klinik lernte ich sehr viel über mich und mein Leben.
Als ich aus der Klinik entlassen wurde, übte ich die neuen Verhaltensmuster zu Hause umzusetzen und zu verinnerlichen, es war ein harter Weg. Sehr oft fiel ich in die alten Verhaltensmuster zurück, darüber war ich traurig und weinte oft. Aber mit einer ambulanten Therapie und mit meinem starken Willen, wurde es immer besser. Es gab aber immer noch Tage an dem ich es gar nicht schaffte. Trotzdem war ich stolz auf mich. Endlich hatte ich den Mut mir neue Aufgaben zu suchen. Ich nahm ein Ehrenamt an, was mir noch heute sehr viel Spaß bereitet. Außerdem ging ich in eine Selbsthilfegruppe für Depressionen. Ich knüpfte neue soziale Kontakte. Jetzt übernahm ich die Verantwortung für mich selbst. Ich verließ die Opferrolle.

 

Im Juni 2013 geschah für mich etwas Unfassbares. Ich wurde zunächst manisch und dann psychotisch.
Das erste Mal in meinen Leben erkrankte ich an einer Psychose.

„Ich hörte Stimmen, hatte Halluzinationen und Wahnvorstellungen!“

Tatsächlich dachte ich, ich sei von dem Morbus Crohn geheilt, setzte alle Medikamente ab (auch das Kortison). Außerdem konnte ich nicht mehr schlafen. Mein Mann brachte mich nach vier Tagen in die geschlossene Psychiatrie. Dort wurde ich zwangseingewiesen, da ich nicht einsah, wie krank ich war, wollte ich wieder nach Hause. Die Ärzte diagnostizierten eine schizoaffektive Störung. Ich bekam einen richterlichen Beschluss von 4 Wochen. Als ich mich damit abfand, in der Klinik zu bleiben, ging es mir dort sehr gut. Ich nahm brav alle Medikamente, die ich dort bekam. Nach 14 Tagen verschwand die Psychose so langsam. Ich nahm wahr, wie psychotisch die anderen Patienten waren. Dort war es nicht mehr schön. Da mein Mann und ich Urlaub gebucht hatten, waren meine Tochter und mein Mann in dieser Zeit in Cran Canaria. Diese letzten 14 Tage in der Psychiatrie waren für mich die Hölle.

Irgendwie merkte ich, dass sich in mir etwas veränderte, aber ich konnte es erst gar nicht greifen. Immer häufiger wurde ich lustlos, antriebslos und so langsam stiller. Die Psychologin meinte, dass es durchaus möglich sei, dass nach einer Psychose eine starke Depression folgen könne. Sie gab mir aber keine Medikamente dagegen. Sie sprach mit mir nur darüber, wie ich mich verhalten solle. Z. B. Wenn ich keine Lust zu etwas habe, dann solle ich es trotzdem machen. Das habe ich versucht, aber auf einmal war alles so schwer zu bewältigen. Als mein Mann und meine Tochter aus dem Urlaub zurückkamen, waren die 4 Wochen auf Beschluss auch vorbei. Sofort ließ ich mich aus der Psychiatrie entlassen.
Inzwischen hatte ich Schwierigkeiten meinen Koffer alleine zu packen. Ich war kraftlos und fühlte mich überfordert. Die Aufregung war sehr groß, wusste ich doch nicht wie ich zu Hause zu Recht kommen solle. Trotzdem dachte ich, dass es mir zu Hause viel besser gehen wird. Aber da hatte ich mich grundlegend getäuscht. Als ich zu Hause war, hatte ich erst mal einen schweren Entzug des Tavors hinter mich zubringen. Es war einfach nur furchtbar. Aber ich habe es geschafft. Außerdem hatte ich plötzlich keine Gedanken mehr in meinem Kopf. Ich wurde ganz still,  fühlte mich in mir gefangen

Auch meine Gefühle waren alle weg. Ich hatte eine Körperstarre und keine Gesichtsmimik mehr. Es war nur noch eine leere Hülle von mir übrig. Alles lief wie ein Film an mir vorbei. Es war, als sei ich lebendig begraben.
Ich wollte alles und konnte nichts mehr. Selbst das duschen war ein Berg den ich nur schwer bewältigen konnte. Da ich mich nicht mehr entscheiden konnte, wusste ich nicht was ich morgens anziehen sollte. Eine Stunde saß ich auf meinem Bett und starrte in meinen Kleiderschrank, bis ich endlich irgendetwas aus dem Schrank holte. Den ganzen Tag lag ich auf der Couch und starrte Löcher in die Luft. Da ich mich überhaupt nicht mehr konzentrieren konnte, war es für mich nicht möglich etwas zu lesen oder einen Film zu verfolgen.

Ich war wie gelähmt…! Der reinste Horror. So stellte ich mir die Hölle vor…!
Nach sechs Wochen wollte ich Suizid begehen. Ich hielt diese Leere nicht mehr aus. Der Leidensdruck war einfach zu groß. Ich sah keinen Sinn mehr, so weiter zu leben. Ich war hoffnungslos und verzweifelt, spürte eine große Angst in mir, nie mehr gesund zu werden.Eigentlich wollte ich leben, aber nicht so.
Der Tod wäre für mich eine Erlösung gewesen.
Es gab für mich nur noch zwei Wege: Entweder ich brachte mich um oder ich ging in die geschlossenen Psychiatrie (dort wollte ich in meinem ganzen Leben nicht mehr hin). Heute bin ich dankbar dafür, dass ich den zweiten Weg gewählt habe. Ich ging zurück in die Klinik.
Dort war es noch schlimmer, als das erste Mal.

Die Menschen waren noch psychotischer als das letzte Mal. Ich saß mit meinen Depressionen mitten drin. Die Ärzte gaben mir ein Antidepressiva. Das gab mir ein wenig Hoffnung, aber besser ging es mir noch lange nicht.

Nach 14 Tagen geschlossene Psychiatrie wurde ich auf die Depressionenstation verlegt. Das tat mir ein wenig gut. Die Mitpatienten waren dort ganz anders.
Auf dieser Station wurde mir ein anderes Neuroleptika verabreicht. Dadurch verlor ich etwas die Körperstarre. Anschließend wurde mir angeboten eine Elektro-Krampf-Therapie zu machen. Mit einer Heilungschance von 80 %. Dies wurde mir angeboten, weil ich den Morbus Crohn habe und die Ärzte den Verdauungstrakt umgehen wollten. Ich musste eine Entscheidung treffen, es dauerte 3 Tage bis ich mich dagegen entschied. Ich versuchte es mit einem Antidepressiva.

Auf dieser Station verbrachte ich 8 Wochen. Es war immer noch die Hölle. Ich hatte keine Kraft irgendetwas zu machen. In der Ergotherapie saß ich nur da und schaute meinen Mitpatienten zu, wie sie schöne Dinge bastelten. Die Interessenlosigkeit war zu groß, ich konnte nicht´s tun…!
So langsam kamen die Tränen zurück, ich konnte wieder weinen. Das war die erste Veränderung, aber ich fand sie nicht schön. Jeder Tag war für mich ein Berg. Abends, wenn ich ins Bett ging, hoffte ich Morgen nicht mehr aufzuwachen. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, weiter zu machen. Ich war so lebensmüde…!
Hätte ich mein Kind nicht gehabt, würde ich diese Zeilen nicht mehr schreiben können. Ich dachte immer, es ist das schlimmste für ein Kind, wenn die Mutter den Freitod wählt. Irgendwie habe ich so immer weiter gemacht und viel geweint.
Zu den Mitpatienten habe ich keine Beziehung aufbauen können. Es war mir alles egal. Die Interessenlosigkeit raubte mir bald wieder den Verstand.

Viele Menschen wollten mir irgendwie helfen. Ich sah die Hilflosigkeit in ihren Augen…!
Bildlich gesprochen lag ich auf dem Boden, die Menschen wollten mich hoch ziehen, aber immer wieder rutschten sie an meinen Händen und Armen ab. Es war so, als sei ich mit Fett eingeschmiert. Keiner hatte eine Chance mich aufzuheben. Immer wieder fiel ich zurück auf den Beton. Das Fett an mir steht für die Depression. Keiner konnte mir helfen….!!!!
Als ich aus der Klinik, auf eigenen Wunsch entlassen wurde, ging es mir nur geringfügig besser. Aber ich hatte Sehnsucht nach meiner Familie und wollte einfach mal wieder nach Hause.
Anfangs konnte ich wieder häusliche Tätigkeiten, sehr langsam und mit vielen Pausen, bewältigen.
Ein Woche nachdem ich zu Hause war, geschah ein Wunder. Ich war von jetzt auf gleich wieder die „Alte“. Alle Gedanken und Gefühle waren wieder in mir. Es war phänomenal. Ich denke, das Antidepressiva hatte seine Wirkung entfaltet.
Nach 4 Monaten Leidensdruck wurde ich wieder „gesund“…! Ich habe die Hölle gesehen und bin durch sie hindurch gegangen. Es war einfach nur grausam…!
Aber durch diese Krise lebe ich heute viel bewusster. Ich genieße jeden Tag, denn es könnte der letzte sein. Und ich weiß heute, egal was passiert, schlimmer geht immer….! Mir geht es mit Medikamenten aktuell sehr gut.

 

Inzwischen bin ich so motiviert und selbstbewusst, dass ich sogar eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen leite. Außerdem mache ich bei dem Projekt „Verrückt Na und“ als  persönlicher Experte mit. Ich gründete eine Selbsthilfegruppe für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Auch mein Ehrenamt in einer Grundschule (Bücherei) macht mir noch sehr viel Spaß. Ich habe die Leidenschaft zum Schreiben in mir entdeckt. Um diese Krise verarbeiten zu können, schrieb ich ein Buch und habe es sogar veröffentlicht.
Darauf bin ich sehr stolz.

 

Ich fühle eine unglaubliche Zufriedenheit in mir.
Meine Facebookseite, ein Besuch würde mich freuen!
Sabine Schaub

Ich bin es WERT, gehört zu werden!

Probleme mit meiner Angst und Unsicherheit hatte ich schon in der Kindheit. Eine dominante und manipulative Mutter, streng christliche Erziehung, ein Vater der sich aus den meisten Dingen raushielt.

 

Dazu kamen viele Umzüge, ich ging auf vier verschiedene Grundschulen. Meine Klassenlehrerin stufte mich als minderintelligent ein, Grund dafür war aber ihre Abneigung gegen mich, die sie mich regelmäßig spüren ließ. Ich weinte jeden Tag und quälte mich in die Schule, meine 2 Jahre ältere Schwester überredete mich. Die Lehrerin nutzte ihre Autorität aus, stellte ein mieses Zeugnis aus, meine Eltern schickten mich daraufhin auf eine Förderschule, obwohl sie es besser wussten, ich interessierte aber nicht.
Es folgten Umzüge, mit 10 Jahren ein Umzug von einer Kleinstadt in Bayern nach Thüringen aufs Dorf. Es fiel mir sehr schwer, ich konnte mich nicht integrieren. Ich wurde zum Außenseiter. Es folgte jahrelanges Mobbing, auch das wollten meine Eltern, sowie Lehrer nicht sehen. Viele Ängste, die nicht sein durften, kein Selbstbewusstsein und Wutanfälle, die auch nicht sein durften. Aber jeden Sonntag in die scheinheilige Käseglockenwelt, um genau dafür am Montag wieder fertig gemacht zu werden.

Der Einstieg ins Berufsleben fiel mir schwer, ich hatte nicht gelernt mich abzugrenzen, ich ließ mich ausnutzen, ließ es zu, dass man mich schlecht behandelte. Ich machte eine Ausbildung in der Gastronomie, meinen Ausbilder interessierten die Rechte eines Azubis herzlich wenig, und die Gäste interessierten sich nicht für meine persönlichen Rechte.

Ich ließ es zu, dass man meine Grenzen weit überschritt. Auch damit war ich so gut wie allein. Trotz kaum Prüfungsvorbereitung und Unterstützung gelang es mir, die Abschlussprüfung beim zweiten Mal irgendwie zu bestehen. Ich überlastete mich mit Arbeit, es folgten Kündigungen durch mich und die Arbeitgeber, ich handelte mich irgendwie weiter.

Der Arzt sagte, ich hätte Stress, verschrieb mir Schmerztabletten gegen die Rückenschmerzen und etwas zur Muskelrelaxion, ich versuchte meine Fachabi nachzuholen, scheiterte aber bereits nach zwei Monaten, der Stoff und Kopfkino, sowie mein Seelenchaos überforderten mich.

Wieder krankgeschrieben. Die Rückenschmerzen wurden unerträglich, mein Orthopäde empfahl mir eine Psychotherapie. Doch ich war noch nicht soweit. Meine Familie redete gegen alles, was mit „Psyche“ zu tun hat, denn wenn man gläubig genug ist, braucht man das alles nicht.

Ich versuchte mich in einem FSJ beim roten Kreuz, scheiterte dort aber auch nach 3 Monaten, versuchte noch einmal in der Gastronomie, 6 Wochen hielt ich durch. 2011 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Ich begann einen Job in der Produktion, durch meinen Mann bekam ich extrem viel Unterstützung, die die immer gefehlt hatte, aber meine Familie war gegen ihn, es gab immer wieder Streit.

2014 heirateten wir, mein Bruder, zu dem ich aus meiner Sicht bis dahin ein sehr gutes Verhältnis hatte, wandte sich von mir ab. Bis heute haben wir keinen Kontakt. Zu meiner Schwester und meinen Eltern besteht eine oberflächliche Beziehung. Mein Mann half mir mein Leben zu sortieren, 2014 folgten zwei Psychiatrische Klinikaufenthalte, sowie ambulante Psychotherapie und Schmerztherapie. 2015 begann ich mit beruflicher Reha, seit August 2016 mache ich eine kaufmännische Reha-Umschulung, mit intensiver psychologischer Unterstützung.

Eine PTBS wurde mir bisher nicht diagnostiziert, dafür viele andere psychiatrische Dinge, Anpassungsstörung, Dysthemia, generalisierte Angststörung, soziale Phobie, kombinierte Persönlichkeitsstörung sowie verschiedene Depressionen.

Psychologen fragten mich, wie ich das alles schaffen konnte. Ich wusste keine Antwort auf die Frage. Ich war mein Leben lang „komisch“, „anders“, ich bin so aufgewachsen, ein Einzelkämpfer, hochsensibel, chronisch unentspannt und überwach. Um mich zu sortieren, schreibe ich einen Blog, das hilft mir, meine Grübelgedanken abzugeben.

Bis heute fällt es mir schwer um Hilfe zu bitten, ich habe Angst zu vertrauen, durch die Therapien, die psychosoziale Unterstützung in der Umschulung, sowie die meines Mannes, gelingt es mir bereits besser. Flashbacks und Albträume kommen des Öfteren hoch, mir hilft der Austausch mit anderen Traumatisierten, z.B. über Facebook. Selbstakzeptanz ist wichtig. In meinem Kleiderschrank und an meinem Spiegel habe ich mir kleine Hilfen geschaffen, ein Plakat mit:

„Ich bin es WERT, gehört zu werden! Ich bin es WERT, gesehen zu werden! Ich darf glücklich sein! usw. Positive Erinnerungen für jeden Tag!“

Zeiten, in denen es mir schlecht geht, ich wütend und traurig bin, gibt es öfter, ich versuche sie zu akzeptieren und mich zu beruhigen.

Die Psychologen, die ich kennen lernte, waren nicht alle hilfreich für mich, ich fühle mich oft falsch verstanden und nicht für voll genommen, was sicher auch mit meinem eigenen bagatellisieren (wie ich es gelernt hatte) zusammenhing.

Auch hier schreibe ich nur einen Teil meines Lebens, sehr verkürzt verständlicherweise. Das Ganze ist komplex, doch ich habe mittlerweile eine Psychologin gefunden, bei der ich mich wohlfühle. Oft kann ich mich mündlich nicht artikulieren, sie liest parallel meinen Blog, das erleichtert einiges. Ich konnte noch nicht über alles an Traumata sprechen. Angst, nicht ernst genommen zu werden ist manchmal immer noch da, auch ein ausgeprägtes Misstrauen – letzteres schützt mich aber auch.

Anonym

Stefan Lange – „Über Depression und Suizid spricht man nicht, ich schon …“

»Über Depression und Suizid spricht man nicht, ich schon …«

 

Hallo zusammen, meine Name ist Stefan Lange und ich bin 52 Jahre alt, Deutsch-Schweizer und ich pendle zwischen diesen beiden Ländern hin und her.

Dass ich einmal ein Buch schreiben würde, aus dem ein Theaterstück wird, oder Protagonist in einer YouTube-Serie, damit hätte ich niemals gerechnet, aber es ist immer so, wie es heisst: »unverhofft, kommt oft«, denn das Leben ist trotz unseres Sicherheitsdenkens und einer Planung eben nicht vorhersehbar. Doch der Reihe nach …

Ich bin manisch-depressiv und eigentlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass es einmal anders gewesen ist. Ich dachte, dass die Hochs und Tiefs zu meinem Leben gehören, wie das Ein- und Ausatmen.

Aufgewachsen bin ich mit Gewalt im Elternhaus, nicht nur physischer Gewalt, sondern auch psychischer Gewalt wie Ablehnung und Zurückweisung. So sehr ich in meinen Erinnerungen krame, habe ich keine Erinnerungen daran, als Kind jemals in den Arm genommen oder getröstet worden zu sein. Einer der schönsten Tage in meinem Leben, ich war knapp sechs Jahre alt, war, als mein Vater gestorben ist und mir bewusst wurde, dass ich niemals wieder von ihm geschlagen werde. Aber die Sehnsucht nach einem Vater, oder dem väterlichen Akzeptiertsein, blieb und so habe ich mich damals, ich war dreizehn, an einen väterlichen Freund angelehnt und wurde missbraucht.

Diese Traumata habe ich alle unter einer Maske verborgen, bloss stark sein, keine Schwäche zeigen oder jemanden wissen lassen, wie verletzt ich war. Nach aussen sah alles gut aus, ein lustiger Kerl, der seinen Weg im Leben machen würde. Auf dem Lebenslauf sieht das auch alles passabel aus: Schulzeit, Lehre als Kaufmann und dann schliesslich das Studium der Betriebswirtschaftslehre. Mehrere Auslandsaufenthalte (Spanien, Japan), sechssprachig – eine internationale Karriere in einem Konzern schien vorprogrammiert.

Doch innen drin war vieles kaputt. Im Sommer 1994 bin ich nach Sevilla gefahren, um meine Spanischkenntnisse an der Handelskammer zu vertiefen, doch ich sollte noch ganz andere Tiefen erleben. Die Begegnung mit einer Frau entwickelte sich zu einer sehr symbiotischen Beziehung. Sie ist mir sehr nahe gekommen, vielleicht zu nahe? Das alles vergleiche ich noch heute mit einer Drogensucht. Bevor wir uns völlig ineinander verloren haben, hatte sie die Beziehung abgebrochen. Vielleicht war das die richtige Entscheidung für sie, aber leider nicht für mich. Innerhalb von nur sechs Wochen bin ich komplett zusammengebrochen, das Programm »Selbstzerstörung« wurde gezündet und den Versuch, mir das Leben zu nehmen, habe ich mit viel Glück überlebt. Das sage ich heute, aber bis dahin war es ein langer Weg.

Nach dem Suizidversuch lebte ich monatelang in einer noch schwereren Depression mit Tabletten und Alkoholmissbrauch. Eine gute Freundin, der ich zufällig in der Stadt begegnete, hat mich aufgefangen und sie blieb an meiner Seite, bis ich davon überzeugt war, dass es mit professioneller Hilfe besser werden könnte. Der Therapeut war recht schockiert über meinen Zustand und riet mir, die negative, zerstörerische Energie durch das Schreiben aufzulösen. Ich habe fast sechs Wochen lang Tag und Nacht geschrieben, erst danach war ich überhaupt therapiewillig und auch therapiefähig.

Aus diesen Aufzeichnungen ist später mein Buch SUICIDE entstanden, das es schon einige Jahre gibt. Aber wir fangen gerade erst an, die Themen Depression und vor allem Suizid aus dem Dunstkreis des Tabus zu befreien. Erst jetzt entsteht, mehr oder weniger, ein öffentliches Interesse an Geschichten von Menschen, die diese Hölle durchlebt haben. Das ist gut so, und es braucht noch viel mehr Menschen, die ihre Geschichte erzählen, denn eigentlich bin ich es leid, mich verstecken zu müssen aus Angst, mit Vorurteilen oder sonstigen Stereotypen belegt zu werden. Und ich möchte andere Menschen dazu bewegen, sich ebenfalls zu öffnen, einfach diese Scham zu überwinden.

Diese Beziehung und die Trennung war ein schweres Trauma für mich, das ich wohl nie ganz überwinden werde. Das zeigte sich schon daran, dass ich 2015 einen schweren Rückfall erlitten habe. Susanne, so hiess sie, und ich, haben uns nach dem Alptraum nie wieder gesehen. Aber in die Lücke aus dem »Nicht-wirklich-gewollt-Haben« und dem »Tatsächlich-getan-Haben« fiel sehr viel Schuld hinein. Leider hat es nie eine Gelegenheit gegeben, nochmals in Frieden auseinanderzugehen. Im April 2015 wurde mir anonym mitgeteilt, dass Susanne an Krebs gestorben ist. Die ganzen Gefühle von damals kamen wieder hoch, so massiv, dass ich mir sogar professionelle Hilfe suchen musste, um nicht wieder in den Zustand durchzurauschen, in dem die Todessehnsucht regiert und dich einhüllt.

Ich habe tagelang Selbstgespräche geführt, mich mit Händen und Füssen gegen den erneuten Fall gewehrt. Irgendwie wollt ich diese Gedanken und Gefühle konservieren, aufzeichnen. Vielleicht mit einer Videocam? Ich hatte keine Ahnung, wie ich das tun sollte. Zufällig sah ich im Vorabendprogramm einen Bericht über eine YouTube-Serie, in der ein ehemals Drogensüchtiger aus seinem Leben erzählte, von Sucht und Raubüberfällen, Knast und Rückfällen. In über 380 Folgen erzählt »$ick« aus seinem Leben. Dafür wurde die Serie »Shore, Stein, Papier« mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet, einem sehr renommierten Medienpreis in Deutschland.

Ich habe die Redaktion in der Hoffnung angeschrieben, dass sie mir vielleicht ein paar Tipps bezüglich YouTube geben könnten. Aber es kam anders als erhofft, wie sooft eben. Der Redakteur war an meiner Geschichte interessiert, lud mich zu Probeaufnahmen ein und drei Wochen später kam von dem Inhaber des YouTube-Kanals ZQNCE (gesprochen: Sequence) das O.k., eine Biographie-Serie über mein Leben zu produzieren. Titel: »Komm, lieber Tod« (Streifzüge durch ein Leben mit der Todessehnsucht). Insgesamt sind es 60 Teile geworden und die ganze Serie verzeichnet inzwischen über 1 Millionen Aufrufe. Die Rückmeldungen der Zuschauer, betroffen oder nicht, sind sehr beeindruckend und ermutigend. Wenn Dir jemand schreibt, dass er nach der Serie von der Idee, sich das Leben zu nehmen, Abstand genommen hat, kann ich nicht in Worten ausdrücken, was mir das bedeutet. Und ich habe viele Nachrichten und E-Mails erhalten, weit über 500.

Über einige Ecken ist der Kontakt zu einem Münchner Theaterregisseur entstanden, der mein Buch auf die Bretter gebracht hat, die die Welt bedeuten. Das Theaterstück heisst »Drei Monate und ein Tag« (wie der Untertitel meines Buches) und gehört zum festen Bestandteil der Lichtbühne München. Ich habe das Stück selbst zweimal gesehen und es ist fast schizophren, wenn ich im Zuschauerraum sitze und mir einen Teil meines Lebens anschaue. Die drei Darsteller spielen die Geschichte mit einer solchen Intensität, die mich förmlich sprachlos macht. Aber es geht dem Ensemble nicht nur um die Adaption eines Buches, sondern auch um ein wichtiges Thema. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit, dass sich die Lichtbühne meiner Buchvorlage angenommen hat.

Lichtbühne München

Und so werde ich weitermachen, denn für mich ist es zu einer Mission geworden, ohne missionieren zu wollen. Ich erzähle einfach meine Geschichte, unter der ich noch immer leide, aber dadurch, dass ich etwas weitergebe, bekomme ich auch etwas zurück. Es stellt mich in eine Mitte, und das ist ein Ausgleich, nach dem ich bewusst suche.

Fotoquelle: Matthias Bauch & Marcus Jäck

Bin das ich?

Depression für mich war keine Krankheit,
es änderte sich alles in meinen Emotionen und Gefühlen.

In einigen Punkten weiß und verstehe ich nicht, was Leben ist. Es war nicht nur wegen des Krieges, sondern wegen der Isolation, die ich nach der Geburt meines zweiten Kindes empfand (postpartale Depression). Ich habe Frustration gefühlt, weil ich das Leben nicht mehr verstanden habe. Es waren Stunden, Wochen und sogar Monate, da hatte ich überall schwarze Farben gesehen und ich habe gefühlt, dass die Zeit nicht endet.

 

Meine Isolation war der Unterschied in Lebensstil, Traditionen und täglichen Routinen vor allem, wenn ich eine Person grüßte und als Reaktion Stirnrunzeln kam. Manchmal gehe ich zurück in die Zeit zu einigen Punkten, die wirklich hässlich waren und dann komme ich wieder in die Realität, auch wenn ich es seltsam finde. Also dachte ich mal, ist das die Zukunft, dass ich mein Leben damit verbracht habe, von der Zukunft zu träumen?

„Ich kann nicht glauben, was passiert ist“ das war es, was ich einmal gesagt habe, als ich mich im Spiegel sah. „Bin das ich?“.

Ich weiß genau, wie sich eine Person fühlt, wenn sie depressiv ist!

  • Ein Leben, ohne eine klare Vision und ohne einer Idee, wie die Zukunft aussieht
  • Allein, zwischen Millionen von Menschen zu leben, ohne deine Eltern. Ich fühle mich wirklich schuldig, wenn ich mich erinnere, dass sie jetzt in Gefahr sind und ich lebe mein Leben in einer sicheren Umgebung einfach weiter.
Das Gefühl von Traurigkeit, Enttäuschung, Unfähigkeit, Verzweiflung, Sorgen und Müdigkeit war der Grund, dass ich meinen Glauben verloren habe und auch ich habe die Fähigkeit verloren, ein normales Leben zu leben. Ich will nicht in die Zeit vor dem Asyl zurücksehen, weil es sehr weh tut. Der Tod, der neben dir ist, neben deiner Familie, neben jedem, ist beängstigend.

 

Ich hatte keine Angst zu sterben,
aber die Sicherheit meiner Familie ging vor, also blieb nur die Flucht. 

Alles war unsicher und unbekannt. Die Vergangenheit war traurig, die Gegenwart ist anstrengend und die Zukunft ist unklar. Als sich meine Eltern während eines Raketenhagel in Sicherheit brachten, konnte ich nicht helfen. Sie wurden über Nacht obdachlos und waren ohne Heimat. Ich spreche jetzt und sie sind immer noch in Gefahr. Ich hör nicht auf, an sie zu denken. Sie sind in Schock, sie können nicht realisieren, dass ihr Haus, in welchen sie ihr gesamtes Leben verbracht haben, jetzt nur noch Schutt und Asche ist.

Wirklich, als ich noch dort war, habe ich oft, von meinem Fenster aus, Gespenster gesehen, die auf die Straßen gingen und auf den Tod warten, um vom Tod befreit zu werden. Es war ziemlich seltsam, aber wir gewöhnten uns an den Klang von Raketen und Bomben. Ich musste zusehen, wie mein Mann mich und seinen Sohn jeden Tag am Morgen verließ, ohne zu wissen, was auf uns wartete und ob er wieder zurückkommt. Wir dachten nur, vielleicht ist das heute das Ende. Und nur noch negativen Gefühle kamen über uns, also hatten wir beide eine starke Depression. Wir waren vom Leben müde. Wir konnten uns jedoch gegenseitig nicht helfen.

Am Ende, was uns wirklich in der Tat geholfen hat, war die Positivität von so vielen Leuten, die wir vor kurzem kennengelernt hatten, ich beobachtete das Lächeln auf dem Gesicht unserer Kinder, die einfach nur das Leben genossen, so einfach wie es ist …

 

Laura Adrian – Ich bin zwar „erst“ Mitte 20 – aber habe bereits jetzt über 500 Seiten Lebensgeschichte!

Foto: Peter Zell

Hallo, mein Name ist Laura Adrian, ich werde im April 25 Jahre alt, wohne in Deutschland und bin als freiberufliche Autorin tätig. Auf den ersten Blick wirke ich wie eine ganz normale junge Frau. Aber spätestens wenn ich meinen Pulli ausziehe und nur noch T-Shirt trage, wird aus dieser „normalen“ Frau eine „verrückte“. Meine Arme – oder eigentlich mein gesamter Körper – ist nämlich von tiefen Selbstverletzungsnarben gezeichnet… Warum ich das getan habe? Naja, wenn ich den ganzen Vorurteilen glauben würde, dann habe ich mich aus reinen Spaß an der Freude selbstverletzt oder weil ich im Mittelpunkt stehen wollte. Es ist immer traurig zu hören, dass fremde Leute, die lediglich meine Narben sehen, schon wissen, was ich alles in meinem Leben erlebt habe! Ich werde direkt in eine Schublade gesteckt, bekomme gar keine Möglichkeit mich zu erklären oder der Umgang mit mir wird direkt vermieden, weil man nicht weiß, wie man mit so jemand „kranken“ wie mir umgehen soll. So etwas tut immer verdammt weh! Denn auch wenn ich eine „krasse“ Vergangenheit habe, irgendwelche Diagnosen auf dem Papier stehen, ich mit meinen Narben anders aussehe – so bin und bleibe ich in erster Linie weiterhin ein Mensch aus Fleisch und Blut. Ich bin nicht weniger wert wie andere Menschen, man kann genauso mit mir reden, mit mir lachen, Spaß haben, Abenteuer erleben etc.. Deshalb ist es beim Umgang mit mir mein größter Wunsch „normal“ behandelt zu werden. Und wer meine Vergangenheit kennt, der versteht auch, wieso ich Narben an meinem Körper trage. Diese Narben sind nämlich „Kriegsverletzungen“. Kriegsverletzungen von einem Krieg, denn ich gegen mich selbst, gegen meine Vergangenheit, meine Erinnerungen und mein Leben geführt habe.

 

Foto: Laura Adrian

Ich bin zwar „erst“ Mitte 20 – aber habe bereits jetzt über 500 Seiten Lebensgeschichte!

 

Als ich 2012 anfing meine Lebensgeschichte in Buchform niederzuschreiben wusste ich zwar, dass ich einiges erlebt habe, aber das es am Ende bei der Veröffentlichung über 500 Seiten werden würden, hätte ich nicht gedacht. Im Scherz sage ich zwar oftmals: „Mein Leben verlief normal, doch dann wurde ich eingeschult“, aber wie viel Wahrheit dahinter steckt, wussten die wenigsten.

In der Grundschule wurde ich schon gehänselt, in der Realschule dann gemobbt, mit 13 Jahren erlebte ich einen sexuellen Missbrauch und danach kam es noch zu weiteren Übergriffen. Bereits mit 14 befand ich mich in einer Hölle, die ich niemanden wünsche. Aus meinem Leben wurde schlagartig ein Überleben. Ich war zu eingeschüchtert, zu verzweifelt, zu verängstigt, zu emotional Abhängig von den Tätern als dass ich mich hätte wehren können. Ich nahm es einfach hin und versuchte irgendwie nicht daran zugrunde zu gehen. Ich flüchtete mich erst in die Magersucht und später in die Bulimie und begann mir die Arme aufzuritzen: Heute weiß ich, dass das nicht die beste Strategie war und dass dieses Verhalten „krank“ ist, aber damals hat es mir das Leben gerettet. Die Magersucht gab mir Halt (das Leben ist unkontrollierbar und unberechenbar, doch durch die Magersucht konnte ich maximale Kontrolle über meinen Körper ausüben), die Bulimie gab mir Sicherheit (auch wenn ich mal zu viel esse, kann ich es wieder rauskotzen und zudem noch mich selbst bestrafen, denn Kotzen war für mich ebenfalls ein massiver Ausdruck von Selbsthass) und mit Selbstverletzung konnte ich meinen inneren Schmerz sichtbar machen (es ist immer leichter einen Schmerz den man sieht zu behandeln als eine Wunde, die weh tut, aber die man nicht sieht). Natürlich gab es noch andere Argumente wieso ich an diesen Krankheiten festhielt, aber das zu erklären würde den Rahmen hier eindeutig mengenmäßig sprengen.

 

Foto: Laura Adrian

Anfangs gab mir die Essstörung sehr viel positives – zum Schluss nahm sie mir alles…

 

Mit 16 Jahren und 35 Kilo bei einer Körpergröße von 1,67m wurde ich das erste Mal in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Weitere Klinikaufenthalte folgten. Wie viele es im Endeffekt waren weiß ich gar nicht mehr. Irgendwann hört man auf zu zählen. Genauso wie man aufhört zu zählen wie häufig man zu hören bekommt, dass man es nie schaffen wird gesund zu werden. Ja, bereits vor meinen 18. Lebensjahren war ich schon ein sogenannter „hoffnungsloser Fall“…

Mit 19 Jahren zog ich für drei Jahre in eine betreute Wohngruppe. Angeblich waren dort die Betreuer auf so Leute wie mich spezialisiert. Naja, ich landete wieder in unzähligen Kliniken… Das lag jedoch nicht an den Betreuern dort, sondern an meiner mangelnden Bereitschaft leben zu wollen. Ich lebte für meine Krankheiten. Ich machte die Diagnosen und die Symptome zu meinem Lebensmittelpunkt. Und wenn man den gesamten Tag ausschließlich an Selbstmord, Rasierklingen, Gewicht, Kalorien etc. denkt, dann hat man kaum Gedanken frei und Zeit an etwas anderes zu denken…

Ich drehte mich jahrelang im Kreis. Fünf Schritte vor, drei zurück, einen nach rechts, einen nach vorne, wieder drei zurück, einen nach links und wieder von vorne. Tabletten halfen nichts, Therapien blieben wirkungslos. Alles war sinnlos. Bis ich 2012 erneut mit massivem Untergewicht im Krankenhaus landete. Wieder einmal war ich dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Und da wurde es mir plötzlich bewusst: Dieses scheiß verdammte Leben musste doch noch irgendwas zu bieten haben? Klinken, Zwangsmaßnahmen, Zimmerarreste, Wohngruppe, Psychologen konnten doch nicht alles sein, was es im Leben gibt, oder?

Wenn ich jetzt, in diesem Augenblick mir nicht selbst in den Hintern treten würde, würde ich nie erfahren, was sich hinter der anderen Seite der Psychiatriemauern befindet. Sterben funktionierte nicht, also musste ich leben!

 

Foto: Peter Zell

Mein Lebensmotto: „Zeige denen, die dich fallen sehen wollen, dass du fliegen kannst!“

 

Ich legte einen Senkrechtstart hin und aus meinem Selbsthass wurde Ehrgeiz. Den Menschen, die mich scheitern sehen wollten zu zeigen, dass ich nicht scheitern würde!

Ich machte das unmögliche möglich!

Heute habe ich Normalgewicht, wohne in einer eigenen Wohnung, kann meine Borderlinediagnose positiv sehen, habe es gewagt mich als Autorin selbstständig zu machen, eigene Bücher zu schreiben, ein eigenes Magazin zu gründen,… und noch vieles mehr.

Laura

 

Lauras Biografie (K)ein Leben mit Borderline und Essstörung könnt ihr über diesen Link kaufen. Im ihrem zweiten Buch Die Kunst, ein Stachelschwein zu umarmen beschreibt sie wie man mit Borderline Erkrankten umgehen kann.

piuslucius – Ich bin eine ganz normale junge Frau

Ich bin eine ganz normale junge Frau. Mein Leben dreht sich um ganz alltägliche Dinge wie die Ausbildung, Nachhaltigkeit und meine psychischen Erkrankungen.

Ja für mich ist das normal und ich habe es mir auf meinem Blog piuslucius.wordpress.com zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, dass es kein Tabuthema mehr sein soll. Schließlich ist gerade das so gefährlich!

Ich selbst bin mit 16 das erste Mal in eine schwere Depression gefallen. Es war mir nicht mehr möglich, ein normales Leben zu führen. Ich konnte und wollte nicht mehr – Suizidgedanken waren Alltag. Mit der Zeit kamen Panikattacken dazu, ich hatte Schlafstörungen, die posttraumatische Belastungsstörung hat sich langsam aber sicher bemerkbar gemacht.

Mit 19 kam die Diagnose „Borderline Persönlichkeitsstörung“ dazu. Für mich war das zuerst ein richtiger Schock. Persönlichkeitsstörung…furchtbar! Man hört darüber schließlich nur negative Dinge. Aber so stimmt das auch wieder nicht! Schließlich bin ich nicht die Krankheit, sondern sie ist nur ein Teil von mir.

Verschiedene Therapien begleiten mich die letzten 2,5 Jahre und sogar einen Klinikaufenthalt hatte ich im vergangenen Jahr. Und dafür schäme ich mich nicht. Ganz im Gegenteil! Es hat mir so sehr geholfen und verbessert noch heute meine Lebensqualität.

Ich kann besser mit mir und meinen Mitmenschen umgehen – auch wenn es wie immer ups and downs gibt. Aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein guter und wichtiger Schritt.

Inzwischen kann ich langsam aber sicher wieder auf Konzerte gehen, trau mich mehrere Stunden allein zu sein und führe sogar eine Beziehung. Vor gar nicht allzu langer Zeit schienen solche Dinge unmöglich, aber ich wollte für mein Glück kämpfen und tue es immer noch – weil ich nicht nur existieren will, sondern LEBEN.

Ich wünsche jedem, der mit sich selbst zu kämpfen hat, von Herzen alles Gute!

 

Pia

Die, die immer lacht

 

Fast 4 Jahre kämpfte ich mit Angststörungen und PTBS, doch kaum jemand merkte das. Nur beste Freunde und meine Familie wussten darüber Bescheid, und die meisten auch nicht alles, denn ich mache Dinge, die mich beschäftigen, am liebsten mit mir selbst aus.

Seit ich denken kann, bin ich Meister darin, Mauern zu bauen. Vor meiner Mauer bin ich eine Frau, die immer Lacht, doch vor Anderen zeigen, wie es mir geht, das mag ich nicht. Das passierte hinter meiner Mauer.

Als die Geburt meines zweiten Kindes mein Leben auf den Kopf stellte, lernte ich sofort wieder zu funktionieren. Schon im Krankenhaus wurden meine Gefühle und auch Schmerzen hinter der Mauer vergraben und ich funktionierte für meinen Sohn. Ich ließ mir Schmerzmittel geben, damit ich den Weg von der Geburtenstation zur Kinder-Intensivstation schaffte und wusste bald, wie lange diese anhalten. Ein paar mal, blieb ich zu lange bei meinen Sohn und der Weg zurück, war wieder eine Belastungsprobe für mich, aber das Vertrauen ins Krankenhauspersonal war verloren, somit kämpfte ich alleine.

Durch den ganzen Wahnsinn, ging ich, sowie mein Sohn aus der Intensivstation entlassen wurde, nach Hause. Es war eine unglaubliche Erleichterung, den Ort des Geschehens verlassen zu können.

Aber zu Hause, kamen dann Gefühle, die ich nicht kannte. Am besten konnte ich noch die Angst verstehen, meinen Sohn zu verlieren und die Angst um ihn, wegen den Folgeschäden. Aber ich hatte auch große Angst alleine zu sein. Ich hasste das Gefühl und durch das Alleinsein kamen zu viele Erinnerungen an das Erlebte. Ich hatte Angst einzuschlafen, denn das Erlebte verfolgte mich im Traum. Mein Mann hatte nach der Geburt eine Woche frei, dann kam der Alltag. Um nicht alleine zu sein, war ich mit den Kindern unterwegs, Spielplatz, Familienbundzentrum, Hauptsache Ablenkung. Wie es mir ging, erzählte ich kaum jemanden, denn die Angst davor, es könnte jemand nachfragen und einen Teil treffen der gar nicht ging, war zu groß. Ein paar Dinge konnte ich ohne Risiko erzählen, aber einiges löste sofort kalten Schweiß, Übelkeit und einen Druck in mir aus, als würde ich ersticken.

Dann kam der Tag, wo mein damaliger Trauma-Therapeut mit mir zum Krankenhaus fuhr. Ich war seither nicht mehr dort und beim Gedanken daran, wurde mir schon übel und meine Füße schienen den Boden nicht mehr zu berühren. Wir fuhren hin, schon beim Weg dorthin ging es mir schlecht, Übelkeit, schwitzen und frieren gleichzeitig und Mühe nicht umzukippen. Als wir dort ankamen, dachte ich, „Augen zu und durch“. Ich stand im Foryer des Krankenhauses, konnte mich nicht mehr bewegen, konnte nichts mehr sagen. Die Bilder von dem Erlebten schossen nur noch wild durch meinen Kopf und alles drehte sich. Ich zitterte, weil mir eiskalt wurde und schwitzte gleichzeitig. Mir war kotzübel. Irgendwann nahm mich der Therapeut unter den Arm und brachte mich aus dem Krankenhaus, ich konnte nicht mehr selbständig gehen, vor meinen Augen war alles schwarz und hätte er mich nicht festgehalten, wäre ich umgekippt. Dann übergab ich mich. Mein Therapeut rief damals meinen Mann an, er solle mich bitte abholen und das tat er auch.

Ab diesen Zeitpunkt konnte ich kein Krankenhaus mehr betreten, auch einige Ärzte lösten in mir diese Gefühle aus. Wenn meine Tochter krank wurde, diese fiebert immer so hoch, dass ein Krankenhausbesuch nicht ausgeschlossen war, hatte ich riesen Probleme. Ich könnte für sie nicht mehr beruhigend da sein, wie man es von einer Mutter erwarten würde, zu groß war die Angst mit ihr ins Krankenhaus zu müssen. Radfahren, Rollerfahren, Klettern, früher war ich als Mutter dabei entspannt, war immer der Meinung, dass man auch mal hinfallen muss, um zu Lernen. Grundsätzlich war ich der Einstellung immer noch, doch die Angst, ich müsste mit einem von Beiden ins Krankenhaus, überwiegte.

So lebte ich damit, Tag für Tag. Immer angespannt und froh, wenn wieder ein Tag geschafft war, wo sich kein Kind verletzte. Immer bemüht, meine Mauer zu halten, normal zu wirken und gewissen Themen aus dem Weg zu gehen. Ich gab mich in der Öffentlichkeit immer als lebenslustige, fröhliche Frau. Ich versuchte immer zu lächeln und glücklich zu wirken, denn eine fröhliche, glückliche Frau, wird man nie fragen, wie es ihr wirklich geht.

Aber auch für meinen Mann und meine Kinder versuchte ich, „normal“ zu wirken. Mein Mann bekam es leider ab und zu mit, denn diese sogenannten Trigger wurden auch durch Bildern von Ärzten und Krankenhaus ausgelöst. Fernsehen war wirklich zur Herausforderung geworden, denn mir war vorher nicht bewusst, wie oft Ärzte, Krankenhäuser, Geburten und OP´s im Fernsehen gezeigt werden. Aber im Familienleben, nahm ich keine Rücksicht darauf wie es mir ging. Ich funktionierte, machte alles um meiner Familie ein normales, glückliches Leben zu ermöglichen.

Nach 3 Jahren permanenter Anspannung und Vermeidung, die Therapie hatte ich damals abgebrochen, musste ich etwas tun. Ich fand eine Therapeutin, die meinte, sie könne mir mit EMDR Therapie helfen. Ja – sie schaffte es. Die Therapie war nicht einfach. Es war sehr, sehr anstrengend und wirkte meist noch viele Tage nach, aber am vierten Geburtstag meines Sohnes – Geburtstage waren immer ganz schwer, denn da kamen alle Erinnerungen auf einmal – merkte ich, dass die Erinnerung zwar nicht weg sind, werden sie nie sein, aber dass meine üblichen körperlichen Symptome ausblieben, beziehungsweise sich dezent verhielten.

Ich hatte es geschafft, ich habe mein Erlebtes, dank der EMDR Therapie, in mein Leben integrieren können. Die Angst, irgendwann selbst sich wieder in die Hände eines Chirurgen zu begeben ist da. Das mulmige Gefühl im Bauch, wenn Leute glauben, sie müssten bis auf Detail ihre letzte Operation beschreiben, ist auch da. Auch das Schwitzen, sobald ich ein Krankenhaus betrete ist geblieben. Und es ist mir bewusst, dass ich auf das gesamte Thema sensibilisiert bin. Aber ich kann wieder ohne permanenter Anspannung leben. Ich muss mich nicht permanent hinter meiner Mauer verstecken – ich habe es geschafft meine PTBS in mein Leben zu integrieren, ohne permanent Angst haben zu müssen, dass etwas triggern könnte, was mich umwirft.

Viele, die mich kennen, werden sich jetzt wundern, denn ich glaube mein Versteckenspiel war sehr gut. Ich war die, die immer lachte.

Heute möchte ich hier allen Mut machen, weiterzukämpfen.

Es wird nie wieder gut sein, aber es kann wieder so werden, dass das Leben wieder gut werden kann!

 

Meine Geburtsgeschichte habe ich im Blogbeitrag Rose Revolution Day veröffentlicht, da könnt ihr euch ein Bild machen, warum es zur PTBS und zu den Angststörungen gekommen ist. Bedanken möchte ich mich hier auch noch bei meiner Therapeutin, die mir durch die Therapie wieder ermöglicht hat, ein Leben ohne Ängste zu führen.

Maria

onlyonemorethought

© http://leaboehland.de

Seit Dezember 2016 schreibe ich auf meinem Blog „onlyonemorethought“ meine Gedanken zu dem Thema Depressionen nieder.

Ich selbst leide schon seit langer Zeit an Depressionen, jedoch habe ich es erst vor 6 Monaten wirklich akzeptiert.
Ich bin ein Mensch, die ihre Probleme für sich behält. Ich war immer für andere da, hatte immer ein offenes Ohr. Für mich war es undenkbar auch nur auszusprechen, dass es mir nicht gut geht. Für mich war das ein Zeichen von Schwäche und Schwäche habe ich sehr sehr selten gezeigt. Mitschülern oder Freunden gegenüber war ich immer die toughe. Innerlich war ich das Gegenteil.
Ich musste für mich akzeptieren, dass meine vermeintliche Schwäche eine Stärke ist. Grade in einem zerbrechlichen Moment diese Seite zu zeigen, zeigt wie stark man eigentlich wirklich ist.

Ich fing an mich einem wichtigen Menschen in meinem Leben anzuvertrauen. Ich konnte das aber nur, weil dieser Mensch ähnliche „Probleme“ hatte. Der Mensch weiß, wie es ist eine Depression zu haben. Außenstehende können das nicht wirklich beurteilen, spielen es runter oder nehmen es einfach nicht ernst. In meiner Familie kann ich über solche Dinge nicht sprechen. Hätte dieser Mensch damals nicht meine wahre Antwort hinter einem „Es geht mir gut.“ verstanden, würde ich mich vermutlich bis heute nicht aktiv mit meiner Depression auseinandersetzen.

Das letzte Jahr war besonders hart für mich. Das Tal durch das ich lief wurde immer dunkler und dunkler. Es war so, als würde ich versuchen vor mir selbst wegzurennen. Ich entfliehe der dunklen Seite die mich immer wieder zu Boden reißt. Statt nach vorne zu blicken, habe ich nach hinten geschaut und nicht bemerkt, dass ich in einen finsteren Wald lief und mich verlief. Egal wie schnell ich gerannt bin, meine Depression war nur einen Schritt hinter mir. Manchmal hat sie mich auch überholt. Dann war es besonders dunkel. Ich weiß nie, wann sie zuschlägt. Ich weiß nicht von welcher Seite sie kommt. Ich weiß nicht wo sie mich hinzieht. Durch die Depression habe ich eine Angststörung entwickelt. Paranoid war ich nicht. Es sind einfach Ängste die ich mir einrede und eigentlich keinen Sinn ergeben. So ist das eben. Mit der Depression bekommt man häufig noch einen weiteren Begleiter an seiner Seite.

Meine Angststörung entwickelte sich so weit, dass ich dadurch einen großen Teil meiner Lebensqualität verloren habe.
Ich habe nicht mehr gekocht oder gebacken, denn mein Kopf redete mir ein, dass beispielsweise der Herd Feuer fangen könnte. Die Mikrowelle habe ich nicht mehr benutzt. Lebensmittel die ich sonst immer gegessen habe, habe ich irgendwann nicht mehr gegessen, weil ich dachte von jetzt auf gleich allergisch dagegen zu sein und keine Luft mehr bekommen würde. Okay, dieser Gedanke ist eigentlich nicht ganz unbegründet. Ich bin Allergikerin und habe einige Nahrungsunverträglichkeiten und so wie die Laktoseintoleranz einfach aus dem Nichts kam, denke ich das auch über andere Nahrungsmittel. Natürlich weiß ich, dass das Quatsch ist, aber mein Kopf kann den Gedanken nicht abstellen.
Restaurantbesuche waren immer sehr schlimm für mich, denn ich hatte nicht unter Kontrolle wie mein Gericht zubereitet wird, auch wenn ich die Speisekarte ganz genau studiert habe. Sobald das Gericht kam, habe ich erstmal einen kleinen Bissen gemacht. Ich musste mich rantasten. Habe ich gemerkt, dass nichts passiert, aß ich normal weiter. Manchmal blieb mir dann wirklich die Luft weg – zumindest dachte ich so. Ich denke dass mein Körper in dem Moment mit einem Phantomsymptom um die Ecke kommt, weil ich mir im Unterbewusstsein weiterhin einrede, dass ich gleich keine Luft kriegen würde.

Sport habe ich auch nicht mehr gemacht, denn es könne ja von jetzt auf gleich mein Herz stillstehen. Könnte ja sein, dass ich meine Erkältung von vor x Wochen verschleppt habe und mein Herz zu sehr belaste.

Gegessen oder gekocht habe ich dann nur noch, wenn ich nicht alleine war. Sport war nur noch ein Begriff.
Wäre ich in besonders schlimmen Phasen nicht behutsam an die Hand genommen worden, so würde ich wahrscheinlich immer noch stark in der Angst sein. An dieser Stelle muss ich einfach meinen Dank an meine seelische Stütze aussprechen. Manchmal frage ich mich, warum die Person an meiner Seite sein möchte. Oftmals sage ich Sachen wie: „Du könntest das viel einfacher haben.“, „Dein Leben wäre viel einfacher ohne einen depressiven Menschen an deiner Seite.“ Seine Antwort ist aber immer dieselbe: „Ich liebe dich als Person. Die Depression ist ein Teil von Dir.“ Manchmal glaube ich, dass die Menschen an unserer Seite die tagtäglich mit durch unsere depressiven Phasen gehen müssen, viel stärker sind als wir. Dieser Person habe ich so vieles zu verdanken. Zurück zu meinem Blog:

Mein Blog dient für mich dafür mich aktiv mit meiner Depression auseinanderzusetzen. Seitdem erziele ich auch kleine Erfolge.

Hier zu meinem Blog: onlyonemorethought

Ich kann wieder – ganz allein – kochen und backen, sorgenfrei im Restaurant essen und sogar Sport habe ich gemacht.

Ich finde es wichtig, dass man sich solche Erfolge aufschreiben sollte, damit man sich diese in einer Panikattacke oder in einer dunklen Phase selbst aufzeigen kann. Alle zwei Monate verfasse ich deshalb auf meinem Blog meinen Progressreport.
Und selbst wenn Du Dich niemanden anvertrauen möchtest, kann ich dir nur raten, Deine Gedanken auf Papier oder am PC niederzuschreiben. Schnell wirst Du merken, dass Du nicht alleine bist, auch wenn Du Dich einsam fühlst. Für mich ist mein Blog meine Selbsttherapie geworden, denn dadurch habe ich in den letzten 3 Monaten mehr geschafft, als in den Monaten davor. Dadurch, dass ich über meine Depression und meine Ängste schreibe, reflektiere ich mein Verhalten und versuche so aktiv etwas dagegen zu tun.

Ganz besonders freut es mich, wenn andere Blogger oder Betroffene mir Schreiben und mich bestärken in dem was ich tue. Es zeigt mir, dass ich – wie ich sonst immer dachte – nicht alleine bin mit meiner Depression. Das es andere gibt, denen es so oder so ähnlich geht.

Seit ein paar Tagen habe ich darüber nachgedacht meinen Blog im sozialen Netzwerk zu teilen. Gestern habe ich mich dann dazu entschieden und habe so den Blog von Dominik gefunden. Ich finde es toll, dass Project Blowball mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken will. Dieses Ziel habe ich mir ebenfalls gesetzt, denn die Depression wird leider immer noch viel zu selten ernst genommen.
Danke Dominik, dass Du mich gefragt hast, ob ich einen Gastartikel schreiben möchte. Es bestärkt mich mit dem weiterzumachen was ich tue. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.

Und denk immer daran:

Kleine Fortschritte bringen Dich auch ans Ziel. Egal wie lange es dauert. Egal wie Du es machst.

 

Chantal